Agiles Projektmanagement

Agiles Projektmanagement

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Autor Michael Hasslbeck
Land Deutschland
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Agiles Projektmanagement

„Agiles Projektmanagement“ ist ein Oberbegriff für verschiedene Vorgehensmodelle bei der Software-Entwicklung wie z.B. Scrum oder Extreme Programming. Zunehmend wird es auch als Begriff für eine neue Denkweise im Projektmanagement als Gegensatz zum traditionellen, planungsorientierten Projektmanagement verwendet.

Mit dem Adjektiv „agil“ wollen die Vertreter der „agilen“ Prozesse bzw. des „Agilen Projektmanagements“ zum Ausdruck bringen, dass sie Management und Steuerung von Projekten und Prozessen sehr dynamisch und flexibel gestalten wollen. „Agil“ ist dabei der Nachfolgebegriff von „leicht“ oder „leichtgewichtig“ und soll die positiven Aspekte geringer Planungs- und Führungsintensität deutlicher herausheben.

Die Motivation für die Formulierung agiler Vorgehensweisen in der Software-Entwicklung kommt aus einer Reihe von Rahmenbedingungen, die herkömmliche Projektplanung als zu träge und starr erscheinen ließen:

  • Die sehr hohe Innovationsgeschwindigkeit im IT-Bereich erzwingt entsprechend schnelle Produktzyklen.
  • Kunden und Markt sind nicht mehr in der Lage, eigene Anforderungen zu definieren, sondern reagieren nur noch auf die Präsentation neuer technischer Möglichkeiten und Produkte.
  • Die Erstellung von Software ist für sich bereits ein hoch strukturierter Prozess, so dass die Notwendigkeit für ein übergeordnetes, systematisches Projektmanagement für Sofware-Entwicklungsprojekten oftmals nicht erkannt wird.

Die Anfänge des „Agilen Projektmanagements“ waren geprägt von einer mehr oder weniger offenen Ablehnung systematischen Projektmanagements mit intensiver Planung und Controlling. Beispielhaft dafür ist das sog. „Agile Manifest“ (s. weiterführende Weblinks).

Erste Ansätze „leichtgewichtiger“ Software-Entwicklungsprozesse wie z.B. das sog. Extreme Programming, lehnten Vorgehensmodelle vollständig ab und konzentrierten sich unmittelbar auf die Erstellung von ablauffähigem Code gemäß den Anforderungen des Auftraggebers.

Grundprinzip aller agiler Ansätze ist das Arbeiten in kurzen Iterationszyklen, bei denen jeweils der Auftraggeber mit dem vorläufigen Ergebnis konfrontiert wird und entsprechende Teilabnahmen oder Änderungsanforderungen bekundet. Dadurch entsteht die Spezifikation des Produktes erst im Laufe des Projekts selbst, zu Beginn liegt oft nur eine grobe Aufgabenstellung vor.

Während am Anfang des agilen Projektmanagements also die Einbindung des Kunden in den Entwicklungsprozess mit einer sehr offenen Gestaltung des Konfigurationsmanagements stand, so sind mittlerweile die Bereiche Risikomanagement und Qualitätsmanagement weitere wesentliche Bestandteile geworden. Indem zunehmend traditionelle Methoden und Aspekte des Projektmanagements in die agile Vorgehensweise integriert werden, verschwimmt die Abgrenzung zwischen beiden Projektmanagement-Auffassungen immer mehr.

Gleichzeitig verkürzen sich auch die Produktlebenszyklen für Hardware-Produkte. Dies trifft selbst für bisher als langlebig eingeschätzte Produkte wie Automobile oder Flugzeuge zu. Daher greifen auch von traditionellem Projektmanagement geprägte Branchen immer mehr Elemente des agilen Projektmanagements auf.

Je mehr die Ideen der „agilen“ Vorgehensweise in Methoden (z.B. Time Boxing) und Vorgehensmodelle (z.B. Scrum und V-Modell XT) Eingang finden, desto mehr erhalten auch „agil“ geführte Projekte einen festen Handlungsrahmen.

Von einer Synthese zwischen deterministischer Projektplanung und „Agilem Projektmanagement“ kann diesen Entwicklungen zum Trotz noch nicht gesprochen werden.